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Unsere Weinlagen

Bremmer Calmont – steilste Weinbergslage Europas

Die Arbeit im steilsten Weinberg Europas birgt viele Herausforderungen, doch der Ausblick vom Bremmer Calmont aus entschädigt uns für so manche Mühe.

Fruchtig, blumig, erdig, kraftvoll – wer versucht, den Geruch und Geschmack eines Weines in Worte zu fassen, muss Kreativität beweisen. Keine Frage – die Beschreibungen treffen auch für unsere Weine aus dieser Steilstlage zu.

Schon der Blick von der Moselstraße auf den Bremmer Calmont sorgt bei Außenstehenden für bewundernde Blicke. Dass jemand hier seinen Wein anbaut jedoch noch mehr. Wir werden oft gefragt, ob wir uns bei der Arbeit anseilen müssen? Wir haben uns längst an diese Steilstlage mit bis zu 70 Grad Neigung gewöhnt und können ihr durchaus Positives abgewinnen: „Im Steilen ist es einfacher zu arbeiten, man muss sich nicht ständig bücken und ganz nebenbei machen wir Aerobic im Weinberg.“

Dennoch müssen wir uns auf zwei Sachen verlassen, auf die Winzer in den Steilstlagen seit Jahrhunderten angewiesen sind: Handarbeit und Muskelkraft. Wen wundert es dann, dass der Weinbau im Calmont massiv aus Rentabilitätsgründen Jahrzehnte lang zurückging. Erst vor wenigen Jahren waren einige Winzer bereit, ihre Flächen neu zu bestocken.

Auch wir haben uns sprichwörtlich „hochgearbeitet“. Als wir das Weingut 1995 von den Eltern übernahmen, waren es 0,65 Hektar. Heute bewirtschaften wir eine Ertragsfläche von 1.5 Hektar. Wir bauen zu 90 % Riesling an, außerdem Müller-Thurgau und Weißer Burgunder. Seit 2004 hilft eine Monorackbahn bei der Bewirtschaftung, die sich den steilen Weinberg hinaufschlängelt.

Doch es lohnt sich, denn die steile Lage bietet für das Gedeihen der Reben einige Vorteile. Der Schiefer- und Grauwackeanteil sorgt für ideale Wachstumsbedingungen. Das warme Klima sowie die geologischen Eigenarten des Calmont, den die Natur wie einen Hohlspiegel geformt hat, bringen einen fruchtigen, mineralstoffreichen und säurebetonten Wein hervor. Die Rebfläche vor 30 Jahren betrug noch ca. 25 Hektar. Heute sind es noch ca. 10 bis 11 Hektar. 20 bis 30 Winzer ernten auf kleinen und kleinsten Parzellen zugunsten der Qualität des Weines nur 35 bis 50 Hektoliter pro Hektar.

„Geschafft“, das denken wir uns auch nach manch hartem Arbeitstag im Weinberg. Dann nehmen wir für einen Moment Platz im steilsten Weinberg Europas und genießen den Ausblick. Die Natur sorgt dafür, dass der Betrachter jeden Tag ein anderes Bild vor Augen hat. Auch bei uns, die die harten Seiten des Weinbergs kennen, löst es Bewunderung aus. Es wird nie langweilig und ist einfach wunderschön.